Blumenbilder in der Kunst

Blumenbilder gehörten seit den ersten Kunstanfängen des Menschen zu den malerischen Darstellungen. So fand man schon auf Höhlenzeichnungen die ersten Blumenbilder. Doch hatten diese rein informative Bedeutungen, die einer wissenschaftlichen Abhandlung glichen. Doch schon in der Antike findet man Darstellungen, die darüber hinausgehen. Die zahlreichen Ornamente aus der Pflanzen- und Blumenwelt schmückten nicht nur die kunstvollen Mosaike und Wandmalereien, sondern zeigten nicht selten, welchen Stand der Erbauer in der Gesellschaft inne hatte. Die Darstellungen von Blumen wurden kontinuierlich bis ins hohe Mittelalter fortgesetzt. Die Reichhaltigkeit ihrer Deutung in der Kunst verfeinerte sich immer mehr. So spielten schon bald die Formen, Farben und selbst die Positionierung der Blumen im Bild eine Rolle. Auf diese Weise erlangten die Blumenbilder in der Kunst ihren Höhenpunkt zur Zeit der Renaissance, wo durch eine sehr große Naturtreue heraus stachen.

Einen wahren Boom erlebten die Blumenbilder Ende des 16. Jahrhunderts in Holland. In prachtvollen Blumenstillleben verewigten die Maler Ereignisse, Jahreszeiten, Gefühle und sogar ganze Liebeserklärun-gen. Die wohl berühmtesten Blumenbilder sind wohl die Sonnenblumen (1888) von Vincent van Gogh, der seinem Freund Gauguin ein Zimmer verschönern wollte. Er fand nämlich das Gästezimmer viel zu trist und wollte ihm so die Sonne ins Zimmer bringen. Nur kurze Zeit später veröffentlichte die deutsche Zeitschrift „die Jugend“ ein leicht stilisiertes Blumende-sign. Diese leicht verfremdeten Ornamente fanden Anfang des 20. Jahrhunderts schnell Anklang über die Grenzen Deutschlands hinaus und prägten maßgeblich den „Jugendstil“. Es folgte eine zunehmende Verfremdung der Darstellungsformen von Blumenbildern, bis sie im Impressi-onismus kaum noch, als die ursprüngliche Blüte erkannt werden konnten. So sehr sich ihre Darstellung änderte, so sehr mutierte auch ihre Bedeutung in den Bildern und ermöglichte eine weit gefächerte In-terpretationspalette. Heutzutage haben die Blumenbilder in der Kunst eine eher dekorative Rolle. Nicht selten scheinen Bedeu-tung und Symbolik nicht mehr zu gelten und es steht nur noch die dekorative Funktion der Blumenbilder im Vordergrund. So scheinen die blumigen Farb- und Formarrangements oft ein unbeachtetes dekorati-ves Dasein an den Wänden zu fristen, ohne je wieder in ihrer Symbolträchtigkeit und ihrer Intention vom Betrachter verstanden zu werden.

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