Arthur Rubinstein – der erste Pianist des 20. Jahrhunderts?

Die Wende für Rubinstein kam, als er als mittlerweile 43jähriger Mann die Tochter eines berühmten polnischen Dirigenten heiratete. Er musste nun eine Familie ernähren und begann erstmals in seinem Leben mit Leidenschaft und Akribie zu üben. Er hatte es zwar nicht nötig, sich erneut einen Klavierlehrer zu suchen und erneut Klavierunterricht zu nehmen, sah es aber als notwendig an, durch Fleiß, Arbeit und Präzision sein Spiel zu vervollkommnen. Ein weiteres Ereignis, das ihn zu dieser Zeit anspornte, waren die Erfolge seines Kollegen Vladimir Horowitz. Darüber schreibt er selbst: „Horowitz begeisterte Paris, er riß es mir buchstäblich unter den Händen weg. Ich sah in ihm einen neuen Liszt. Ich wollte alles hinwerfen. Bevor ich sterbe, will ich beweisen, wozu ich fähig bin, sagte ich mir.

Ich ballte die Fäuste, was ich jedoch als Pianist nicht lange konnte, ich öffnete sie wieder und begann hart zu arbeiten. Ich hatte Rache zu nehmen - nicht an Horowitz, sondern an mir.“ Anschließend an diese Übephase unternahm Rubinstein eine große Konzerttournee in den USA, bei der er sein das Publikum im Sturm eroberte. Seither gilt er für viele Musikliebhaber als der erste große Pianist der Welt. Er verlegte während den Wirren des zweiten Weltkriegs seinen Wohnsitz nach Hollywood und konzertierte erst ab 1947 wieder in Europa. Im Jahre 1954 zog er wieder nach Paris. Rubinstein starb am 20. Dezember 1982 im schweizerischen Genf. Heute ist Rubinstein als herausragender Interpret der klassisch-romantischen Literatur geschätzt. Seine Schallplattenaufnahmen von Frederic Chopin und Johannes Brahms gelten als interpretatorische Sternstunden dieser Musik.

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